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Schwarz Obduktionssaal

Dr. Schwarz, Rath und Wolter im Leichenschauhaus

Schwarz Bericht

Dr. Schwarz füllt Obduktionsbericht aus

Sektionssaal

Sektionssaal

Schwarz Phosgenopfer

Dr. Schwarz im Leichenschauhaus mit Phosgen-Opfer

Schwarz Gereon Projektil

Dr. Schwarz händigt Rath ein 7,65er-Projektil aus

Zur PersonBearbeiten

Die Arbeitsplätze des Mediziners in Berlin sind die Seziersäle im Leichenschauhaus an der Hannoverschen Straße des Institutes für Gerichtliche Medizin bei der Universität Berlin und das Pathologische Institut an der Charité.

Auftritt in folgenden Episoden: 1X04, 1X06, 1X07 und 2X01.

Historie: Gerichtliche Medizin in BerlinBearbeiten

Das Gebäude des Berliner Leichenschauhauses in der Hannoverschen Straße 6 wurde im Frühjahr 1886 bezugsfertig, damit war das erste eigenständige Institut für Gerichtliche Medizin in Deutschland entstanden.

Das Institut wurde durch den Leiter, Prof. Dr. Fritz Strassmann, führend in der Lehre und Ausbildung von Studenten der Medizin und Rechtspflege und von Medizinalbeamten und Polizeischülern.

Unter seiner Leitung wurde das Institut baulich und gerätetechnisch aufgestockt, es wurde eine große Präparatesammlung aufgebaut und das Institut erhielt Protokolle und Gutachten von Obduktions- und Gemütszustandsverhandlungen der Abteilung I des Polizeipräsidiums als Lehr- und Studienmaterial.

Unter der Leitung Strassmanns wurde im Jahre 1900 der noch bis heute in Berlin praktizierte gerichtsärztliche Bereitschaftsdienst eingerichtet.

In der Zeit der Weimarer Republik traten 1922 erweiterte „Vorschriften über das Verfahren der Gerichtsärzte bei gerichtlichen Untersuchungen menschlicher Leichen“ in Kraft.

Im gleichen Jahr wurde das Institut in „Institut für Gerichtliche Medizin bei der Universität Berlin“ umbenannt.

In den 20er-Jahren hatte das polizeiliche Leichenschauhaus in der Hannoverschen Straße 6 sieben Abteilungen, mit Kapazität für jeweils zwei Leichen, deren Verwesung durch ein Ventilatoren- und Röhrensystem mit eisiger ammoniakkomprimierter Luft verhindert werden sollte.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen kam es vor allem in den Großstädten zu einer deutlichen Zunahme der Verletzungen und Unfälle durch Schusswaffen. Die Ursachen hierfür wurden von Dr. Friedrich Kipper, Assistent und Gerichtschemiker am Institut für gerichtliche Medizin in Berlin, im Jahr 1925 wie folgt charakterisiert: “Die Beurteilung tödlicher Schussverletzungen nimmt infolge gehäuften Vorkommens nach dem Kriege einen immer breiteren Raum unserer gerichtsärztlichen Tätigkeit ein. Das notgedrungene und notwendige Bekanntwerden als Soldat mit der Handfeuerwaffe, das Zurückbehalten und Beisichtragen der Waffe auf Grund der unsicheren Verhältnisse der Großstadt, schließlich das Überhandnehmen des Alkolholmißbrauches erklären die vielen Schießereien, welche meist Gelegenheitsursachen haben.“

Einen Wandel im Erscheinungsbild der Schussverletzungen stellte die Verbreitung der Selbstladepistolen Anfang des 20. Jahrhunderts dar. Halbautomatische Selbstladepistolen verfügten meist über eine höhere Feuerkraft (Munitionskapazität) als Revolver und sie konnten schneller nachgeladen werden. Die Benutzung von rauchschwachem NC-Pulver (Nitrocellulose) bei der Munition statt Schwarzpulver führte zu veränderten morphologischen Zeichen bei relativen und absoluten Nahschüssen.

Es ist unverkennbar, dass sich - trotz der turbulenten Situation in der Zeit der Weimarer Republik - die Gerichtliche Medizin kontinuierlich weiterentwickelte und das Fach im Curriculum des Medizinstudiums über die obligatorische Vorlesung bis zum Prüfungsfach die randständige Position verlassen konnte.