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Karstadt Hermannplatz Baustelle

Der Karstadt-Rohbau am 1. Mai 1929

Im Jahr 1929 öffnet das Warenhaus Karstadt am Hermannplatz seine Pforten. Es ist eines der größten Kaufhäuser der Welt, entworfen von Architekt Philipp Schaefer.

Karstadt Hermannplatz Baugerüst

Das Baugerüst

Karstadt Nacht

Das Karstadt-Gebäude bei Nacht (1929)

Karstadt Hermannplatz Terrasse

Dachterasse für 500 Gäste

Karstadt 1929 Angestellte

Angestellte vor dem Personaleingang

Karstadt 1929 historisch

Luftaufnahme des Karstadt-Gebäudes (1929)

Die Fassade aus Muschelkalk ist spektakulär. Das neue Warenhaus verfügt auf sieben Verkaufsetagen über mehr als doppelt so viel Fläche wie das berühmte KdW am Wittenbergplatz. Im Untergeschoss gibt es eine Badeanstalt und auf dem Dach ein Café mit Dachgarten. 4.000 Menschen arbeiten hier, das Haus ist bereits bei seiner Eröffnung mit 24 Aufzügen und 25 Rolltreppen ausgestattet. Nachts strahlen die Fassade und die beiden 56 Meter hohen Türme, die wiederum mit nochmals 15 Meter hohen blau leuchtenden Lichtsäulen gekrönt sind, die bald zu Orientierungspunkten für die am Flughafen Tempelhof startenden und landenden Maschinen werden.

Der Bau erinnert mit seiner Muschelkalkfassade und seiner vertikalen Gliederung an die Hochhausarchitektur in New York. Die vertikale Struktur wird vor allem bei Dunkelheit durch die Lichtbänder am Gebäude und die Lichtsäulen auf den Türmen besonders deutlich.

Der Bau gilt als das modernste Kaufhaus Europas. Karstadt stehen hier auf neun Etagen (davon zwei unterirdisch) 72.000 m² Nutzfläche zur Verfügung, 24 Rolltreppen verbinden die Etagen. Weiterhin gibt es 24 Personen-, 13 Speise- und acht Lasten-Aufzüge, von denen einer komplett beladene Lastwagen in die fünfte Etage zur Lebensmittelabteilung befördern kann. Das Warenhaus Karstadt verfügt als erstes Kaufhaus Europas über einen unterirdischen Zugang vom U-Bahnhof aus; von den Linien U7 und U8 können die Besucher ohne Umweg über die Oberfläche in das Kellergeschoss des Gebäudes gelangen. Um zu zeigen, wie bequem die Treppenanlagen sind, lässt Karstadt die Schulreiterin Cilly Feindt mit ihrem Schimmel vom Parterre bis zum Dachgarten hochreiten.

Neben dem reichhaltigen Warenangebot begeistert vor allem der 4000 m² große Dachgarten, auf dem 500 Personen Platz finden, das Publikum. Die jeden Nachmittag spielenden Musikkapellen und der Blick über Kreuzberg und Neukölln hinweg sorgen für das einzigartige Ambiente. Auf zwei Bühnen spielen die Orchester von Barnabas von Geczy, Dagos Béla und Egon Kaiser oder die Weintraub Syncopators mit dem jungen Friedrich Hollaender am Klavier. Eintritt: 50 Pfennig.

Karstadt Werbeplakat

Karstadt Werbeplakat (1929)

Siegfried Kracauer feiert das Karstadt-Gebäude als „gewaltigen Warenhauszwinger“ und „Monumentalarchitektur, die mit drohender Geste alle Welt zum Eintreten auffordert“. „Pseudo-Kathedralen“ nennt der Architekturkritiker Werner Hegemann die Berliner Warenhäuser in den Jahren der Weimarer Republik.


In Episode 4 ist nur die Baustelle des Warenhauses zu sehen, davor eine kommunistische Demonstration am 1. Mai 1929. Gedreht wurden die Szenen nicht etwa am Hermannplatz, sondern unter großem Aufwand und mit einigen digitalen Tricks in der Neuen Berliner Straße auf dem Gelände des Studio Babelsberg.